Mittwoch, 4. November 2015

3 Tipps für den NaNoWriMo



Image courtesy of National Novel Writing Month

Unseren Blog lesen, wie wir schon mitbekommen haben, nicht nur Leser, sondern auch Autoren. Sowohl Cami als auch ich haben schon mehrmals am NaNoWriMo teilgenommen und dadurch einiges gelernt - wenn auch nicht immer das, was wir gerne gelernt hätten. Ein paar Dinge hätte ich gerne früher verstanden. Deshalb sind hier meine Tipps für den NaNoWriMo:

1. Bücher kann man nicht kaputt schreiben.

Viele Schreibratgeber raten dazu, nicht mit dem Herzensprojekt sondern lieber etwas Leichtem anzufangen. Kann man machen, muss man aber nicht. Etwas, das mich lange vom Schreiben abgehalten hat, ist die Angst, mein Herzensprojekt zu versauen, obwohl sie vollkommen unbegründet ist. Denn was hält mich davon ab, ein Projekt, mit dem ich nicht zufrieden bin, einfach neu zu schreiben? Maggie Stiefvater hat die erste Version ihres Buches “Wer die Lilie träumt” vor über zehn Jahren geschrieben, bevor sie überhaupt wusste, dass “Wen der Rabe ruft” zuvor geschrieben werden will. Das Projekt hat sich im Laufe der Jahre bestimmt dramatisch verändert, aber sicher wäre keine so großartige Reihe dabei herausgekommen, wenn sie nicht den Mut gehabt hätte, ein Projekt neu anzugehen, Dinge zu verändern.

Natürlich kann sich jeder für ein einfaches Projekt entscheiden, und das Herzensprojekt auf später verschieben. Es gibt keinen richtigen oder falschen Weg. Aber wenn ihr darauf Lust habt, dann schreibt eure Herzensprojekte! Lasst euch nicht davon abhalten, dass andere sagen, dass ihr das Buch sowieso nur kaputt schreibt. Fahrt sie gegen die Wand, schreibt scheußliche Versionen, mit denen ihr nicht zufrieden seid, schreibt großartige Bücher, und seid euch immer bewusst, dass es okay ist, Fehler zu machen. Denn wenn ihr nicht zufrieden seid, könnt ihr das Buch immer noch komplett umschreiben. Das Manuskript, unter das ihr ENDE schreibt, ist letztendlich nur eine Rohfassung, an der ihr alles verändern könnt, was ihr wollt. Vielleicht ist die Version, die ihr schreibt, nicht die, mit der ihr am Ende zufrieden sein werdet, aber sie ist ganz bestimmt ein Schritt auf den Weg dahin. Ein Buch kaputt machen könnt ihr am Ende nur, wenn ihr es nie schreibt.

2. Wörter sind nicht verschwendet.

Ein abgebrochenes Buch fühlt sich an, als hätte man viel Zeit und Mühe für nichts verschwendet, dabei könnte das nicht weiter weg von der Realität sein. Ich habe viele Bücher angefangen und abgebrochen, aber es hat lange gebraucht, bis ich einsehen konnte, dass auch sie mich weiter gebracht haben. Auch 50.000 Wörter, die ihr nie jemandem zeigen wollt, weil ihr das Projekt komplett in den Sand gesetzt habt, sind 50.000 Wörter, die mindestens mal euren Stil trainiert haben. Eine Niederlage im NaNoWriMo nach 30.000 Wörtern ist immerhin ein Sieg in der Hinsicht, dass ihr 30.000 Wörter lang geübt habt, ein gutes Buch zu schreiben. Kaum einer schreibt ein gutes Buch, ohne vorher einen einzigen Satz zu Papier gebracht zu haben. Versucht, in Fehlern das Positive zu sehen. Seht darin eine Lektion auf dem Weg zum gutem Autor, denn ein Fehler kann immer noch dazu da sein, ihn nicht wieder zu machen.

Ich bin dieses Jahr auch wieder mit einem absoluten Herzensprojekt in den NaNoWriMo gegangen und es könnte mir kaum etwas mehr weh tun, als wenn dieses Projekt nicht so wunderschön werden würde, wie es nur sein kann. Die Idee verschenkt habe ich am Ende aber nur, wenn ich das Buch nicht schreibe. Im Frühjahr habe ich schon einmal begonnen, das Buch zu schreiben, und abgebrochen, weil ich nicht zufrieden war. Jetzt schreibe ich eine neue Version und ich weiß nicht, ob ich mit ihr zufrieden sein werde, aber zumindest bringt sie mich gewiss einen großen Schritt in die richtige Richtung. Wenn ich es nicht versuche, werde ich es nie herausfinden. Wenn ich merke, dass es auch dieses Mal nichts wird, hält mich niemand davon ab, das Buch noch einmal komplett neu zu schreiben - so oft, bis ich weiß, dass ich das aus dem Buch gemacht habe, was es sein soll. Mein abgebrochener Versuch fühlt sich im Nachhinein nicht verschwendet an, denn ich habe immerhin mehr darüber herausgefunden, wohin ich mit dem Buch will, und das ist doch auch etwas wert, oder? 

3. Lernt, was für euch funktioniert. 

So ist das leider mit dem Schreiben: Was für den einen todsicher funktioniert, klappt beim anderen gar nicht. Der eine braucht nur eine Grundidee und schreibt einen ganzen Roman runter, der andere muss jedes Detail planen. Und das ist auch okay. Ihr müsst wissen, was für euch am besten funktioniert. Ich zum Beispiel habe dieses Jahr beschlossen, das mit den Wordcounts komplett sein zu lassen, weil ich gemerkt habe, wie sehr es mich stresst und demotiviert, ein bestimmtes Soll erfüllen zu müssen. So sehr, dass ich am Ende gar nichts mehr geschrieben habe, weil mir die notwendige Wortzahl pro Tag so hoch vorkam. Andere brauchen gerade diesen Druck, weil er sie motiviert und anspornt. Überlegt euch, was ihr mit dem NaNoWriMo erreichen wollt, was euer Ziel ist (zum Beispiel will ich einfach nur im November kontinuierlich an meinem Projekt schreiben), und überlegt euch dann, wie ihr persönlich dieses Ziel am besten erreichen könnt. Viele schwören darauf, mit neuen Projekten mit möglichst wenig Vorwissen in den NaNoWriMo zu gehen, aber für mich ist das zum Beispiel gar nichts. Hört nicht darauf, was andere euch sagen, wie der NaNoWriMo für euch zu sein hat. Der NaNoWriMo ist für euch da und nicht dafür, es so zu machen, wie es für andere funktioniert!

Ich hoffe, dass ihr alle aus dem NaNoWriMo das beste für euch machen könnt. Wer von euch nimmt denn daran teil? Was für Projekte schreibt ihr? Welche Tipps könnt ihr geben? Erzählt uns in den Kommentaren ein wenig davon!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

LinkWithin