Montag, 10. August 2015

"Silber - Das zweite Buch der Träume" - Kerstin Gier

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Das zweite Buch der Träume | Silber #2 | 416 Seiten | Fischer FJB | ISBN 978-3-8414-2167-8 | Leseprobe 

Dies ist der zweite Teil von Kerstin Giers "Silber"-Trilogie. Diese Rezension kann daher Spoiler zum ersten Band enthalten. 

Liv ist erschüttert: Secrecy kennt ihre intimsten Geheimnisse. Woher nur? Und was verbirgt Henry vor ihr? Welche düstere Gestalt treibt nachts in den endlosen Korridoren der Traumwelt ihr Unwesen? Und warum fängt ihre Schwester Mia plötzlich mit dem Schlafwandeln an? Albträume, mysteriöse Begegnungen und wilde Verfolgungsjagden tragen nicht gerade zu einem erholsamen Schlaf bei, dabei muss Liv sich doch auch schon tagsüber mit der geballten Problematik einer frischgebackenen Patchwork-Familie samt intriganter Großmutter herumschlagen. Und der Tatsache, dass es einige Menschen gibt, die noch eine Rechnung mit ihr offen haben – sowohl tagsüber als auch nachts … (Quelle)

London ist ein Dorf – Wenn Schauplätze nicht lebendig werden

Ich werde leider das Gefühl nicht los, dass die „Silber“-Reihe nichts weiter als ein großer kommerzieller Scherz ist. Weshalb die Bücher – und die Edelsteinreihe dazu – in London spielen, hat Kerstin Gier in einem Interview vor einiger Zeit verraten: Nicht nur liebt sie die Stadt, was ich voll und ganz nachvollziehen kann, auch ist es einfach leichter ein Buch auf dem internationalen Markt zu verkaufen, wenn es in London spielt und nicht in Deutschland. Das möchte ich gar nicht verurteilen. Autoren sind schließlich keine magischen Wesen, die von Phantasie und Wörtern leben. Jeder möchte so viel Erfolg wie möglich haben, jeder deutsche Autor träumt sicherlich von einer Veröffentlichung auf dem englischen Buchmarkt und Geld verdienen muss man mit seinen Büchern schließlich auch. Ich hätte es nicht anders gemacht als Kerstin Gier, wenn ich ehrlich sein soll. Was ich allerdings verurteile ist die Lieblosigkeit, die aus jeder Seite der „Silber“-Bücher springt und laut schreit. Was ist das hier? In welchem Film bin ich hier gelandet?

Es fängt damit an, dass London, das in „Rubinrot“ und seinen Nachfolgern zwar auch nur am Rande eine Rolle spielte, aber zumindest dank seiner Adelskreise und Geheimbünde mystisch und durchaus very british wirkte, hier vollkommen zur Kulisse verkommt. Im ersten Band der Reihe ist es mir noch nicht so stark aufgefallen, aber hier wirkt die Metropole absolut austauschbar, sie ist bloß ein Wort, das hin und wieder fällt, das man aber nicht spüren kann. Genauso gut hätte die Geschichte in New York spielen können oder in Berlin, in Hahnenklee-Bockswiese oder bei mir um die Ecke in Bad Fallingbostel. Ich weiß nicht, wie viele teure Privatschulen es in London gibt, aber es ist sicherlich nicht nur eine einzige. Im „Zweiten Buch der Träume“ aber liest es sich, als würde sich ganz London darum scheren was an einer Schule in irgendeinem gut situierten Vorort passiert. Auch scheint sich die ganze Stadt dafür zu interessieren, wie es dem preisgekrönten Busch im Garten von Livs neuer Stiefoma geht. Dieser Umstand verleiht der riesigen englischen Hauptstadt die Atmosphäre eines kleinen ländlichen Dorfes – Hahnenklee, wie gesagt – und das passt absolut nicht zusammen.

Leider erfahren wir auch nicht, in welchem Teil Londons dieser Roman spielt, von der Stadt sehen wir überhaupt nichts. Ich hätte es Kerstin Gier vielleicht abgenommen, wenn sich ein geschlossener Stadtteil Londons dafür interessiert, was an der hiesigen Schule passiert und sich über das Schicksal eines Busches aufregt, aber diese Informationen bekommen wir einfach nicht. Wenn man Phantastik schreibt, hat London so viel zu bieten: Eine grausige Geschichte, düstere Ecken und Legenden, die sich leicht in die Handlung einweben ließen. Im ersten Band verschlägt es Liv einmal ganz kurz auf den berühmten Friedhof Highgate im Norden der Stadt, doch das war es auch schon. Mehr London steckt nicht drin in „Silber“ und das finde ich einfach absolut schade. Hier verschenkt Gier einen Haufen Potential, der zumindest die Atmosphäre des Romans hätte retten können. Aber leider spielt der Roman großteils in der Schule oder in der Traumwelt und ich weiß zwar, dass Frau Gier sehr oft nach London fährt, aber den Roman so wie er ist, hätte man auch schreiben können, ohne jemals dort gewesen zu sein.

Was ich diesmal auch einfach erwähnen möchte, weil ich langsam keinen Nerv mehr habe für diese Art von Buch: London ist eine riesige Großstadt. London ist eine diverse Stadt. Trotzdem sind alle Figuren, absolut alle, in diesem Roman weiß, heterosexuell und, wenn sie psychische Störungen haben, dann wird das als Charakterisierung hergenommen, weshalb sie böse sind. Dazu später mehr. Eigentlich erwähnen wir hier fehlende Diversität nicht und arbeiten eher mit dem, was da ist, aber ich finde es schon ein starkes Stück in einer Stadt wie London, die so bunt und kulturell vielfältig ist, alle Figuren weiß sein zu lassen, absolut alle. Das Diverseste an dem Roman ist Liv mit ihrem deutsch-amerikanischen Hintergrund. Und, dass dann alle wirklich wichtigen Figuren auch noch blond sind (noch immer ohne jegliche Begründung, sie sind einfach alle blond), setzt dem ganzen irgendwie die Krone auf und ich weiß nicht, ob Kerstin Gier sich über so etwas überhaupt Gedanken gemacht hat, aber das ist ja schon fast Anti-Diversität. Wie gesagt, eigentlich erwähnen wir so etwas in unseren Rezensionen nicht ausführlich, aber in London, wo weniger als die Hälfte (!) der Bevölkerung weiß sind, ist das einfach nur noch unrealistisch und ein wenig ignorant. 

Ohne roten Faden – Wenn ein Roman eigentlich keine Handlung hat

Mein größtes Problem mit dem „Zweiten Buch der Träume“ ist allerdings, das absolut nichts passiert. Jetzt denkt ihr: Cami, das kann doch gar nicht sein, was erzählst du denn da? So gesehen passiert natürlich etwas, schließlich ist der Roman 400 Seiten lang – aber es passiert einfach nichts, das die Handlung der Trilogie vorantreibt. Dieser zweite Band ist leider ein typischer Mittelteil einer Trilogie, ausstaffiert mit lauter Füllmaterial, damit es im dritten und letzten Buch richtig krachen kann. Leider reicht das nicht aus und, wenn es so wie bei diesem Buch passiert, dass man es ohne Probleme streichen könnte und den dritten Band trotzdem einwandfrei begreifen könnte, dann frage ich mich doch, wieso man eine Geschichte, die schon nach dem ersten Band ausgeschöpft war, auf drei dicke Bücher auswalzen muss. Je mehr man den Teig ausrollt, umso mehr scheint er zu werden, doch er wird auch immer dünner und das schmeckt man. So auch hier. Am Ende von Band Zwei wissen Liv und wir, die Leser, genauso viel über die Traumwelt und darüber, wer Secrecy ist, wie am Ende von Band Eins. Und dann sind diese 400 Seiten am Ende zwar ganz lustig zu lesen, durchaus charmant und auch irgendwo nette Unterhaltung, aber doch irgendwie Zeitverschwendung.

Es gibt keinerlei neue Informationen zur Traumwelt, keine Anhaltspunkte, keine Hinweise, die den Übergang zum dritten Buch legen. Die Handlung lässt sich wie folgt zusammenfassen: Liv und Henry stromern durch die Traumwelt, obwohl sie das nicht mehr tun sollten, es gibt Zoff zwischen den beiden, ein völlig lachhafter neuer Bösewicht taucht auf, dann fängt Mia aus heiterem Himmel an zu schlafwandeln und Liv möchte herausfinden, wer dahinter steckt. Das ist alles schön und gut, aber was hat es mit der eigentlichen Handlung der Trilogie zu tun? Absolut gar nichts – und hier muss ich dann leider auch darauf hinweisen, dass diese Trilogie so gesehen keine Handlung mehr hat. Die Geschichte aus Band Eins ist abgeschlossen und Band Zwei wirft keinerlei neue Konflikte auf. Was in Band Drei noch geschehen soll, das weiß ich wirklich nicht. Kerstin Gier müsste jetzt Handlung aus dünner Luft zusammenweben, um Band Drei noch irgendwie spannend zu gestalten, aber das ist mir alles zu schwammig, zu nichtssagend, diese Geschichte hält einfach nichts zusammen – es fehlt der berühmte rote Faden.

Jugendlicher Leichtsinn – Wenn dem Roman die Reife fehlt

Das allergrößte Manko des Romans ist aber dasselbe, wie in Band Eins – das ewige Herumreiten auf Teenagerproblemen, das die Fantasyhandlung ständig aufbricht und die träumerisch surreale Atmosphäre, die in den Passagen in der Traumwelt durchaus trägt, kaputt schlägt. Ich lese eigentlich sehr gern typische Jugendromane, aber ich mag es dann doch mit etwas mehr Tiefgang und etwas weniger zweifelhafter Botschaften. Das hatten wir ja in Band Eins bereits, aber leider fällt der Autorin hier auch wieder etwas Schönes ein. Livs größtes Problem in diesem Roman ist es, dass die ganze Schule sich das Maul darüber zerreißt, dass sie und Henry noch keinen Sex gehabt haben. Man hätte aus so einem Aufhänger durchaus etwas machen können. Zum Beispiel mal erkunden, weshalb unserer Gesellschaft Sex so unglaublich wichtig ist, dass Mädchen, die gerade erst sechzehn Jahre alt geworden sind, als „unreif“ und „nicht richtig entwickelt“ bezeichnet werden, wenn sie keinen Sex mit ihrem Freund haben.

Es gibt viele Gründe, warum jemand keinen Sex haben will: Es könnte der Person einfach noch zu früh sein. Sie könnte sich nicht sicher sein, ob sie mit dieser Person überhaupt schlafen will, besonders, wenn die Beziehung so wackelig ist, wie die von Liv und Henry. Es gibt auch so etwas wie Asexualität, es gibt Menschen, die niemals Sex haben wollen und auch das ist völlig normal und keinesfalls „unreif“ oder „nicht richtig entwickelt“. Dazu verliert Kerstin Gier allerdings kein einziges Wort. Die Botschaft, dass es völlig in Ordnung ist, einfach (noch) keinen Sex zu haben und haben zu wollen, fehlt völlig. Genauso, wie kein einziges Mal angesprochen wird, dass es niemanden außer Liv und Henry angeht, wie sie ihre Beziehung führen und was sie tun und nicht tun. Ehrlich, geht es noch? Hier ist ein Mädchen, gerade sechzehn Jahre alt, dass von ihrer Umgebung gedrängt wird, Sex zu haben und alles, was dazu mal kommt ist ein klägliches: „Ich bin aber gar nicht frigide.“ Ja, Liv steht wenigstens über dem Tratsch und lässt sich in der Art, wie sie mit ihrer Beziehung umgeht, nicht beirren, aber das war hier einfach zu wenig zu einem Thema, das so präsent ist.

Davon ab kommt natürlich auch nicht auf den Tisch, dass es nicht davon abhängt wie reif und entwickelt man ist, ob man schon Sex gehabt hat oder eben nicht. Besonders für junge Leser und Leserinnen, von denen Kerstin Gier eine ganze Menge hat, wäre es doch mal eine wichtige Botschaft und Erkenntnis, wenn gesagt würde: Passt auf, ob ihr Sex wollt oder nicht, das geht nur euch allein etwas an und es hat nichts damit zu tun, wie alt ihr seid oder wie reif und erwachsen ihr seid. Stattdessen liest es sich aber so, als würde Liv diesen gesellschaftlichen Konventionen teilweise eigentlich Recht geben und das ist keine Richtung, in die ein Jugendroman für Leser und Leserinnen ab zehn Jahren gehen sollte. Die reifste und intelligenteste Person in diesem Roman ist dann auch lustigerweise die erst dreizehnjährige Mia, die noch nie einen Freund gehabt hat und auch keinen will – dass sie unabsichtlich in einem Roman, in dem immer wieder betont wird, dass Beziehungen führen einen erst so richtig erwachsen macht, die schlausten und erwachsensten Dinge sagt hat mich dann schon ein wenig gefreut.

Ich glaube, man darf von den „Silber“-Romanen einfach nicht erwarten, sich verantwortungsvoll und behutsam mit solchen Themen auseinanderzusetzen. Sie sind pure Unterhaltungsromane, mal lustig, mal verträumt und innerhalb weniger Stunden wie im Rausch ausgelesen – und das wäre auch überhaupt kein Problem, wenn denn diese Themen nicht alle paar Seiten auf den Tisch gezogen und völlig unreflektiert behandelt würden. Desweiteren habe ich in diesem Buch mehr darüber lesen müssen, wer mit wem zusammen ist, wer sich getrennt hat und wer zusammen kommen könnte als über die Traumwelt und so etwas wie eine Handlung. Und auch psychische Störungen und die Betroffenen werden in diesem Band wieder genauso respektlos und stigmatisierend behandelt wie im ersten Band. Leute sind halt "verrückt" oder "durchgeknallt" und werden deshalb in psychischen Einrichtungen ans Bett gefesselt und was Kerstin Gier da nicht für Horrorszenarien einfallen. Dass das in modernen psychischen Einrichtungen nicht mehr einfach so aus Jux passiert, dass Psychatrien ganz gewöhnliche Krankenhäuser sind und, dass heiß über das Fixieren am Bett diskutiert wird und es eigentlich nur bei selbstverletzendem Verhalten gemacht wird, das verschweigt sie und so geht es halt nicht. Wenn man solche Horrorbilder von psychatrischen Einrichtungen malt, darf man sich nicht wundern, wenn besonders Jugendliche mit psychischen Störungen Angst haben, sich Hilfe zu suchen.

Interessante Figuren und Witz – Wenn am Ende doch ein positiver Eindruck bleibt

Wer jetzt denkt, mir hätte „Das zweite Buch der Träume“ überhaupt nicht gefallen, den kann ich beruhigen. Ich habe mir die positiven Seiten – und davon gibt es mehr als im ersten Buch – nur für das Ende aufgespart. Ich mochte Liv in diesem Roman um einiges lieber, als im ersten Band. Sie wirkte auf mich viel selbstbewusster und origineller und hat einiges an Stärke gezeigt, die ich ihr gar nicht zugetraut hatte. Die paar Szenen, in denen Liv auf den Tisch haut oder endlich ihre Meinung sagt, waren großartig. Darüber hinaus fand ich es wirklich gelungen, wie Liv auf den Streit mit Henry ungefähr in der Mitte des Romans reagiert. Dafür dann doch noch einmal großer Applaus für Kerstin Gier! Henrys Verhalten ist absolut inakzeptabel und obwohl er selbst versucht es herunterzuspielen, weiß Liv ganz klipp und klar, dass es kaum eine Entschuldigung dafür gibt, was er tut. Auf den Streit reagiert sie sehr traurig und das wird intensiv und realitätsnah geschildert, doch im Gegensatz zu ihren Kolleginnen auf dem Jugendbuchmarkt, klammert sie sich nicht an Henry.

Ihr Leben ist nicht vorbei, weil sie sich gestritten haben, sie weiß, dass sie auch ohne ihn viel wert ist und weitermachen muss. Liv bekommt die Möglichkeit zu trauern und darf sich die Zeit nehmen, den Streit zu verarbeiten, doch sie verwandelt sich nicht in ein Häufchen Elend, dass ohne seinen Freund nicht weiß, wie es denn überleben soll. Dass man auch über Verliebtsein und große Lieben hinwegkommen kann, dass es ein Leben danach gibt und das Leben nach einem solchen Streit nicht vorbei ist, ist eine tolle und wichtige Botschaft, die in viel zu vielen Jugendromanen fehlt. Ich war sehr überrascht, sie ausgerechnet in „Silber“ zu finden, aber auch sehr glücklich darüber. Toll fand ich auch die Entwicklung von Arthur und Henry als Figuren. Im ersten Band war mir Henry viel zu leer doch nun bekommt er endlich einen interessanten Hintergrund, ein paar Eigenschaften, die ihn zwar nicht sympathisch machen, aber durchaus wirklich spannend und doch noch überzeugend.

Selbiges gilt für Arthur. Im ersten Band hatte ich mir gewünscht, die Schattenseiten der vier reichen Jungen mögen ein wenig besser beleuchtet werden. Hier passiert das nun endlich. Arthur bekommt eine Persönlichkeit, die über den düsteren Mädchenschwarm hinausgeht und mir hat seine Entwicklung durchaus gefallen. Dazu kommt natürlich einmal mehr Kerstin Giers überragend komischer Humor, der auch wieder einmal dafür sorgt, dass „Das zweite Buch der Träume“ nicht auf ganzer Strecke hängen bleibt. Wenn Liv und Mia sich über das infame Biest in Ocker aufregen, wenn Traumtüren anfangen kitschige Lieder zu singen oder die Dialoge so scharfzüngig und lustig wie gewohnt hin und her fliegen, dann kann man trotz der großen Macken des Romans nicht anders, als trotzdem zu schmunzeln und weiter zu lesen, bis die letzte Seite gekommen ist. Die Atmosphäre stimmt halt doch und am Ende bleibt genug, um trotz der mauen Handlung bei der Stange zu halten: Wie geht es weiter mit Liv und Henry? In welche Richtung geht die Geschichte mit Arthur? Und wer ist denn jetzt diese Secrecy? Lese ich Band Drei? Ja. Jetzt will ich wissen, wie es ausgeht, und wenn ich weiterlesen will, dann hat der Roman doch etwas richtig gemacht.

Zielgruppenempfehlung: Empfehlen würde ich den Roman allen Lesern, denen schon Band Eins gefallen hat. Erneut würde ich sagen, dass Leser und Leserinnen zwischen 12 und 16 Jahren, die wissen, wie mit einigen Situationen im Roman umzugehen ist, ihren Spaß mit Livs zweitem Abenteuer in der Traumwelt haben werden. Erwachsene Leser kommen in Band Zwei meiner Meinung nach eher auf ihre Kosten, als in Band Eins und solche, die gern mal locker-leichte Jugendromane lesen, dürften an Band Zwei genauso viel Spaß haben, wie an Band Eins.

Fazit: „Das zweite Buch der Träume“ aus der „Silber“-Trilogie von Kerstin Gier macht leider dieselben Fehler wie Band Eins. Zu viel Teenagergeplänkel, das teilweise zu unreflektiert stehen gelassen wird und zu wenig Fokus auf der Traumwelt. Dazu kommt leider, dass Band Zwei so gut wie keinen Schritt vorwärts macht, was die Handlung der Trilogie betrifft. Dank Giers Humor und dem lockeren, gut lesbarem Schreibstil bleibt der zweite Band von „Silber“ allerdings trotzdem ein charmanter Lesespaß, der durch viel besser ausgearbeitete Figuren überzeugen kann, die nun auch interessante Schattenseiten bekommen haben, durch mehr Witz und durch eine Heldin, die sich im Gegensatz zu Buch Eins zu einer interessanten, starken, liebenswerten Erzählstimme gemausert hat. Die „Silber“-Romane sind meiner Meinung nach keine Meisterwerke, aber zum bloßen Entspannen und Abschalten sind sie durchaus ideal.

Die Trilogie gehört zu diesen Büchern, die ich unbedingt lieber haben würde, als ich sie am Ende dann habe, ihr kennt das bestimmt selbst. Eigentlich lustig und schön zu lesen, aber leider gibt es doch zu viel, über das man nicht hinwegsehen mag. Daher gibt es von mir diesmal drei Sterne. Zwei Sterne für eine mit viel Geschick und sehr rasant erzählte Geschichte, die trotz magerer Handlung gut unterhält, einen halben Stern für die Figuren, die in diesem zweiten Band wirklich zu überzeugen wussten und einen halben Stern für Giers unvergleichlichen Humor, der auch den nicht so gelungenen Teilen des Romans einen glitzernden Anstrich gibt und sie weniger schlimm erscheinen lässt. Ich habe hier aufgerundet, weil ich große Hoffnungen für das „Dritte Buch der Träume“ habe und bleibe gespannt auf das große Finale.

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