Montag, 6. Juli 2015

"Fateful : In weite Ferne" - Claudia Gray

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Fateful - In weite Ferne | Einzelband | 318 Seiten | Blanvalet | ISBN 978-3-641-12398-7 | OT: Fateful (USA) | eBook

1912: Seit vielen Jahren steht die 18-jährige Tess in den Diensten einer reichen, kaltherzigen Familie. Auf einer Reise nach Amerika beschließt sie zu fliehen, sobald das Schiff – die RMS Titanic – den Hafen erreicht. An Bord trifft sie jedoch den gut aussehenden Alec, der sie von ihren Sorgen ablenkt. Aber Alec hütet düstere Geheimnisse – und er wird von gefährlichen Feinden verfolgt. Ihre Liebe zu ihm bringt Tess in ungeheuerliche Gefahr, und auch das Schicksal hält noch Einiges für sie bereit, bevor die Reise mit der Titanic vorüber sein wird …(Quelle)

Wölfe - Von alten Bruderschaften & ihren Intrigen 

„Fateful“ und ich hätten beinahe nicht zusammengefunden. Das liegt daran, dass ich zuvor Claudia Grays Vampirroman „Evernight“ gelesen habe, den ich zwar nicht schlecht fand, aber dann auch nicht mitreißend genug, um den zweiten Band zu lesen. „Fateful“ erschien 2012 pünktlich zum hundertsten Jahrestag des Untergangs der berühmten Titanic, ein Thema, für das ich mich sehr interessiere. James Camerons Film „Titanic“ gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen und ich wollte damals wenigstens einen Roman lesen, der die Thematik aufgreift, schließlich konnte ich am Centennial nicht einfach so vorbei. Da blieb nur ein Problem: Ich war lange auf der Suche nach einem interessanten Jugendroman zum Thema „Titanic“, konnte aber nur „Fateful“ finden und habe mich dann entschieden, dem Roman eine Chance zu geben, obwohl „Evernight“ mich nicht wirklich mitreißen konnte. Und ich muss sagen: Das hat sich gelohnt, ich bin froh, dass ich es getan habe. Es hat sich so sehr gelohnt, dass ich mich entschlossen habe, auch „Evernight“ noch einmal zu lesen, schließlich ist es lange her, dass ich den Roman gelesen habe. Wie das ausgegangen ist, könnt ihr natürlich auch bald hier auf dem Blog lesen.

Nun aber zurück zu „Fateful“. Ich werde gleich sagen, dass ich den Roman hier und da mit dem Film von 1997 vergleichen werde, einfach, weil es durchaus einige Überschneidungen gibt, die nicht nur am gemeinsamen Thema RMS Titanic liegen können. Allerdings haben mich die Parallelen zwischen Roman und Film nicht gestört, ich hatte keinesfalls das Gefühl, Claudia Gray hätte hier etwas abgekupfert oder gar geklaut. Besonders, wenn man bedenkt, dass sie hier mit sehr viel Geschick ein tragisches historisches Ereignis mit einem phantastischen Plot verwebt, zwei Dinge, von denen ich gedacht hätte, dass sie nicht zusammenpassen würden. Werwölfe auf der Titanic? Niemals. Oder? Was kann ich sagen: Es funktioniert, weil Claudia Gray weiß, was sie machen muss, damit es funktioniert. Es ist gerade dieses Werwolfelement, was „Fateful“ von hunderten anderer historischer Titanic-Romane, die über die Jahrzehnte entstanden sind, abhebt und den Roman originell und einzigartig macht. Man darf sich das natürlich nicht so vorstellen, wie einen klassischen Werwolffilm: Die Wölfe in „Fateful“ gehen nicht auf zwei Beinen und terrorisieren auch nicht die Passagiere des Schiffes. Es steckt viel mehr dahinter, wie der Leser auch schnell erfährt.

Im Zusammenhang mit den Werwölfen steht eine uralte Intrige, eine Geheimgesellschaft, die hinter Alec Marlowe her ist, einem jungen reichen Amerikaner, den Tess auf dem Schiff begegnet. Und das ist für einen Roman, der gegen Ende der Belle Époque spielt sehr passend und gibt dem Roman auch eine ganz eigene Atmosphäre. Werwölfe sind hier durchaus die brutalen Monster, als die man sie kennt, aber sie sind nicht der Hauptfokus des Romans, sondern ein Teil des Ganzen, ein Teil der Intrige, was mir sehr gut gefallen hat. Auf der Titanic sind sie aber nicht zufällig, denn natürlich sind sie Alec Marlowe gefolgt, der mit seinem Vater, einem reichen Industriellen, nach einem Skandal in Paris zurück nach Chicago gehen muss. Und hier wird es richtig spannend, denn natürlich ist die Titanic ein abgegrenzter Raum, auf dem Alec nicht so einfach vor den Wölfen und der „Bruderschaft der Klinge“ fliehen kann – das Zusammenspiel zwischen Ich-Erzählerin Tess, die zufällig hineingezogen wird, Alec und den Mitgliedern der Bruderschaft verwandelt sich sehr schnell in eine sehr rasante, spannende Katz-und-Maus-Jagd auf dem wohl berühmtesten Schiff der Welt.

Titanic - Von tragischen Ereignissen & den kleinen Details 

Was mir wirklich gut gefallen hat ist, dass Claudia Gray über diesen phantastischen Plot nicht die historischen Hintergründe vergisst. Sie bindet Fakten zur Epoche und zur Titanic ganz nebenbei und sehr natürlich fließend ein, ohne sie einem praktisch aufzudrängen. So entsteht gleichzeitig ein sehr lebendiges Bild des Lebens im Jahr 1912 und auf der infamen RMS Titanic, das Einblicke in den Alltag der guten Gesellschaft gibt, aber auch die armen Leute, die mit der Titanic in ein neues Leben aufbrechen wollen, nicht zu kurz kommen lässt. Ich-Erzählerin Tess ist eine arme Dienerin, die für die adelige Familie Lisle arbeitet, was mir wirklich gefallen hat. Historische Romane, besonders für Jugendliche, erzählen oft aus der schillernden Perspektive eines reichen Mädchens. Dass es hier einmal anders ist, fand ich sehr schön. Die Familie Lisle bricht mit der Titanic nach New York auf, um dort eine Saison zu verbringen und nimmt ihre Bediensteten natürlich mit. Was die Familie nicht weiß ist, dass Tess vorhat in Amerika abzuhauen und zu versuchen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Natürlich gibt es in „Fateful“ eine Liebesgeschichte, die mir tatsächlich auch sehr gut gefallen hat. Tess verliebt sich in Alec, nachdem sie ihn an Board trifft und wird in sein Geheimnis eingeweiht, als sie ihn in seiner Wolfsform sieht. Hier muss ich natürlich die erste Parallele zum Film „Titanic“ ziehen: Wir haben auch in „Fateful“ eine Liebesgeschichte zwischen einer armen Person und einer höhergestellten Person, nur eben in umgekehrten Rollen: Tess ist eine arme Dienerin, Alec ist ein reicher Industrieerbe. Das macht die Beziehung der beiden natürlich schwer, aber ich muss sagen, dass Claudia Gray diese Problematik sehr realistisch angeht und nicht zu sehr auf Kitsch setzt. Natürlich denkt Tess darüber nach, dass sie Alec nach den Konventionen ihrer Gesellschaft nicht haben kann, aber viel eher genießt sie die Zeit, die sie mit ihm verbringen kann. Die Beziehung der beiden wirkte auf mich sehr echt und das, obwohl sie nur wenige Tage haben, in denen sie sich verlieben können. Sie beruhte nicht nur auf Äußerlichkeiten und Claudia Gray gelingt es, dass die Beziehung sich natürlich entwickelt und aufblühen kann, sie ist nicht einfach von heute auf morgen da, obwohl die Reise der Titanic nur so wenige Tage gedauert hat. Ich habe mit Tess und Alec mitfühlen und mitfiebern können, wie es mir bei Liebesgeschichten selten passiert.

Ein weiterer Pluspunkt, besonders für die Fans historischer Romane unter euch, ist sicherlich wie respektvoll Claudia Gray mit dem eigentlichen Untergang der Titanic umgeht. Trotz der Werwölfe, trotz der Geschichte rund um die Bruderschaft, gelingt es ihr, die Tragik des Ereignisses und das Leid sehr realistisch und nachfühlbar darzustellen. Wenn man beginnt, „Fateful“ zu lesen, weiß man natürlich, was am Ende passieren wird und man ist die ganze Zeit über ein wenig angespannt und wartet darauf, dass das Schiff am Eisberg entlang schrammt. Als es dann passierte, hatte ich bereits Tränen in den Augen und als ich gelesen habe, wie Tess, Alec und Tess’ Freundin Myriam während des Untergangs ums Überleben kämpfen, hatte ich dasselbe furchtbare Gefühl, das ich jedes Mal habe, wenn sich Rose und Jack im Film „Titanic“ am Ende ans Heck des Schiffes klammern. Claudia Gray gelingt es hier mitreißend, emotional und respektvoll vom Untergang des Schiffs der Träume zu erzählen und beschwört dabei sogar Gänsehaut herauf. Der Untergang verkommt hier nicht zum Hintergrund für ihr Fantasyspektakel, sondern ist neben der Geschichte um die Bruderschaft ein gleichstarker, zweiter Handlungsstrang.

Pluspunkte möchte ich der Autorin auch dafür anrechnen, was sie im Nachwort des Romans schreibt: Sie hat sich zum Beispiel einen siebten Offizier für die Titanic ausgedacht, George Greene, eine wichtige Nebenfigur, damit sie nicht einen der echten sechs Offiziere hernehmen und fiktionalisieren muss. Sie sagt, dass sie bis auf die Erwähnung der berühmten Passagiere der Titanic, wie die Familien Strauss und Astor, versucht hat um die historischen Persönlichkeiten herumzuarbeiten, weil sie es respektlos gefunden hätte, im Angesicht des Unglücks echte Menschen, die dabei zu Tode gekommen sind, für ihre paranormale Liebesgeschichte zu benutzen. Und dafür bekommt sie sehr viel Respekt von mir. Das sagt auch alles darüber aus, wie die Autorin hier mit dem tragischen historischen Hintergrund umgeht. Darüber hinaus möchte ich auch gern erwähnen, dass sie Tess’ Leben als Dienerin nicht schönt, sondern genau so hart und unbarmherzig darstellt, wie das Leben für viele edwardianische Dienerinnen gewesen sein muss.

Abgerundet wird der historische Teil, der einfach wirklich viel mehr ist als bloßer Hintergrund und schon gar keine Pappkulisse, was mir unter anderem „Grotesque“ von Page Mogan verdorben hat, durch die vielen winzigen Details, die Claudia Gray einbindet. Die Mode der Zeit, das Verhalten der Figuren, wie die Figuren miteinander sprechen, das alles wirkte authentisch auf mich, jedoch keinesfalls übertrieben oder schwer zu lesen. Die Autorin findet den richtigen Mittelweg zwischen Authentizität und einem angemessenen Stil für ein modernes Jugendbuch und schafft somit eine unschlagbare Atmosphäre, die einen direkt selbst auf das Schiff im Jahr 1912 zieht und alles hautnah miterleben lässt. Es sind einfach diese winzigen Fakten, wie zum Beispiel, was Lady Irene benutzt, um Tess zu schminken, oder, dass Tess’ Waschwasser in ihrer Kabine im Unterdeck des Schiffes morgens gefroren ist, die den Roman lebendig werden lassen und auch zu einem richtig guten historischen Roman machen, der auch ohne die phantastischen Elemente funktionieren könnte, wenn er müsste – etwas, das ganz und gar nicht auf jeden historischen Fantasyroman zutrifft.

Tess – Von überzeugenden Figuren & einer Liebesgeschichte 

Auch die Figuren haben mir im Großen und Ganzen sehr gut gefallen. Ich-Erzählerin Tess, die ungewöhnlicherweise einen historischen Roman im Präsens erzählt, ist im Allgemeinen ein nettes Mädchen. Gestört hat mich ein bisschen, wie oberflächlich sie manchmal sein konnte. So bekommt sie von Irene Lisle, der einzigen Lisle, die jemals nett zu ihr ist, ein Kleid geliehen, um mit Alec an einer Feier der Oberschicht teilzunehmen (auch das kommt uns natürlich aus dem Film „Titanic“ bekannt vor, aber ich empfand es viel mehr als eine nette Anspielung, schon allein, weil die Szene in eine komplett andere Richtung geht). Tess sieht sich in dem Kleid, findet, sie sieht aus wie eine echte Lady und denkt, dass sie den Reichtum und das Ansehen viel mehr verdient hat, als Lady Irene – weil sie viel hübscher ist, als das andere Mädchen. An sich bildet sich Tess sehr viel auf ihr gutes Aussehen ein und während ich selbstbewusste Heldinnen, die sich nicht selbst runtermachen, sehr begrüße, finde ich es nicht so gut, dass Tess im selben Atemzug Irene abwertet und der Meinung ist, sie hätte für ihr hübsches Gesicht irgendetwas im Leben verdient und wäre nur deshalb zu schade, um Dienstmädchen zu sein. Tess entwickelt sich im Verlauf des Romans allerdings in eine Richtung, die mir dann doch wieder gefallen hat.

Auch Alec ist eine tolle Figur. Er ist zwar natürlich der typische gutaussehende, reiche Jugendbuchheld mit düsterem Geheimnis, aber er verhält sich nicht so, wie die meisten Helden dieser Art. Er stößt Tess nicht in einem Fort von sich, er ist nicht gemein zu ihr, er behandelt sie nicht wie einen Fußabtreter – und das, obwohl er ein reicher Erbe ist und sie bloß Dienerin. Alec ist ein netter Kerl, der seine Komplexe wegen seines Geheimnisses nicht an Tess auslässt und während er natürlich nicht möchte, dass sie wegen ihm in Gefahr gerät, gesteht er ihr auch zu, auf sich selbst aufzupassen und zu handeln – was sie auch durchaus mehr als einmal tut. Das macht Tess und Alec zu einem schönen Paar, das sich trotz des Standesunterschieds auf Augenhöhe begegnen kann. Was ich auch gern erwähnen möchte, weil es mir in vielen Jugendbüchern viel zu lax behandelt wird ist, dass es Alec ist, der an Verhütung denkt, bevor Tess und er miteinander schlafen. An sich ist es schon einmal toll, dass ein Jugendbuch daran erinnert, dass Verhütung wichtig ist, aber, dass es nicht nur an der Frau hängen bleibt und beide sich darum kümmern, finde ich noch einmal eine Spur toller. Da hat Claudia Gray wirklich einen tollen Job gemacht.

Darüber hinaus haben mir auch die Lisles gut gefallen: Die eingebildete, herrische Lady Regina, die wohl genau dem Klischee der adeligen Edwardianerin entspricht, ihre sanftere, stillere Tochter Lady Irene, die eine tolle Wandlung durchmacht und Layton, der arrogante, egozentrische Erbe, der denkt, er hat ein Anrecht auf Tess, weil sie seiner Familie dient – was wohl für die Zeit nur realistisch ist, aber von Tess sehr gut gekontert wird. Meine Lieblingsfigur ist aber Myriam Nahas, die Tess auf dem Schiff trifft. Myriam ist eine libanesische Auswanderin, die mit der Titanic nach New York will, um dort mit ihrem bereits vor ihr ausgewanderten Bruder und dessen Frau deren Kleidungsgeschäft zu betreiben. Erst einmal finde ich es absolut super, dass Claudia Gray nicht einfach davon ausgeht, dass alle Passagiere der Titanic weiß waren, weil das natürlich überhaupt nicht stimmt. Darüber hinaus gibt es am Anfang des Romans eine kleine Szene, in der sich bemerkbar macht, dass Tess Vorurteile hat und zuerst findet sie Myriam auch unhöflich und eingebildet, doch über den Roman hinweg werden die beiden sehr gute Freundinnen und es zeichnet sich ab, dass Myriam einer der stärksten Charaktere dieses Romans ist.

Imselben Atemzug muss ich wohl aber erwähnen, dass es einen weiteren kleinen Punkt gibt, der mich gestört hat: Der Bösewicht, Mikhail, muss ausgerechnet Osteuropäer sein. Das ist einfach ein totales Klischee, wenn man sich mal etwas ältere und einige moderne Romane und Hollywoodfilme anguckt. Der Böse ist irgendwie immer Russe oder an sich Osteuropäer und während es an sich gut ist, darauf hinzuweisen, dass die Passagiere auf der Titanic nicht nur Engländer und Amerikaner waren, sondern aus allen Regionen der Welt kamen, um nach Amerika zu gehen, muss doch nicht unbedingt noch ein Osteuropäer Bösewicht sein. An sich hat Mikhail mir aber gut gefallen. Klar, er ist böse, er ist abgrundtief gemein, was spätestens nach seinem Übergriff auf Tess nahe des Anfangs des Romans deutlich wird (auch hier weiß Tess, wie man sich effektiv zur Wehr setzt), aber wenigstens kommen seine Motive gut raus und man merkt, wie überzeugt er von dem ist, was er tut. Mikhail hält sich für den Guten und ich finde solche Bösewichte immer am Interessantesten.

Die Kirsche auf dem Eisbecher ist allerdings, dass „Fateful“ darüber hinaus auch noch wunderschön erzählt ist. Claudia Grays Schreibstil passt sich der Epoche gut an, ohne überladen zu werden, ist die richtige Mischung aus rasant und blumig. Die Figuren sprechen für ihre Zeit angemessen und auch Tess’ Erzählstimme hat sich nicht angehört, wie die einer modernen jungen Frau, sondern so, wie ich mir ein achtzehnjähriges Dienstmädchen im Jahr 1912 durchaus vorstellen kann. Claudia Gray hat ein ganz besonderes Gespür für die spannenden Szenen und beschreibt nicht nur die Verwandlungen in Werwölfe oder die Jagden und Übergriffe an Bord der Titanic sehr gekonnt und lebhaft, sondern auch das fulminante Finale, das bis zum Schluss unerwartete Wendungen und Schicksalsschläge bereithält und zumindest mir hier und da eine Gänsehaut bescherrt hat.  

Zielgruppenempfehlung: Ich würde den Roman allen Lesern und Leserinnen empfehlen, die sich für die Titanic interessieren, denn hier gibt es einige interessante Fakten und eine realistische Darstellung der Reise zu lesen, aber gleichzeitig Fantasyfans sind und sich einen Titanicroman mit übernatürlichem Twist wünschen. Darüber hinaus dürfte der Roman auch für alle Fans von übernatürlichen Liebesgeschichten ideal sein, die vor einem historischen Setting nicht zurückschrecken. Ich würde den Roman ab 14 Jahren uneingeschränkt empfehlen.

Fazit: „Fateful“ von Claudia Gray ist ein sehr spannender, rasanter historischer Phantastikroman, der nicht nur eine originelle Handlung rund um Werwölfe und eine alte Bruderschaft zu bieten hat, sondern auch die Epoche und das Leben auf der Titanic im Jahr 1912 bunt, lebhaft und atmosphärisch dicht schildert. Wer glaubt, dass Werwölfe und die RMS Titanic niemals zusammen funktionieren könnten, denkt wohl wie ich, bevor ich den Roman gelesen habe, aber mich hat das Zusammenspiel vollkommen überzeugt. Hinzu kommen Großteils überzeugende Figuren, allen voran die großartige Myriam, und eine sehr gut aufgebaute, emotional überzeugende Liebesgeschichte, die selbst ich sehr gern gelesen habe. 

Alles in allem ist „Fateful“ eine sehr schön erzählte, dichte, historisch weitgehend authentische paranormale Liebesgeschichte, die allerdings viel mehr zu bieten hat, als nur Romantik. Von mir bekommt der Roman daher 4.5 von 5 Sternen. Ich ziehe einen halben Stern ab, weil mir Tess in einigen Teilen einfach zu oberflächlich war und, weil es mich stört, dass hier schon wieder ein Russe als Bösewicht herhalten muss. Darüber hinaus gehört „Fateful“ aber zu meinen absoluten Lieblingsromanen und ich finde es sehr schade, dass er in Deutschland bisher nur als eBook erschienen ist. Besonders, wenn man neben dem tollen Inhalt auch das wunderschöne Cover in Betracht zieht. 

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