Mittwoch, 11. März 2015

"Seth - Als die Sterne fielen" - Christine Millman

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Seth. Als die Sterne fielen | Einzelband (?) | 258 Seiten | Carlsen Impress | ISBN 9783551300409 Leseprobe
Noch 336 Stunden, dann wird der Asteroid Seth die Erde erreichen. Während die Regierung die Gefahr zu verschleiern versucht, findet die achtzehnjährige Mariam heraus, was den Menschen tatsächlich bevorsteht. Die Verwüstung ihres Planeten. Dennoch gehört ausgerechnet Mariam zu den wenigen Auserwählten, die auf eine Rettung zählen können. Trotz oder vielleicht gerade wegen der drohenden Katastrophe, wagt sie es endlich auf Chris zuzugehen, den Jungen, in den sie schon so lange verliebt ist. Aber es bleibt nicht mehr viel Zeit…(Quelle)

Mariam - Von Asteroiden und vom Weltuntergang 

„Seth – Als die Sterne fielen“ war mein erster Roman von Christine Millman, obwohl mir der Name der Autorin schon zuvor bekannt war. Ich bin sehr froh, dass ich den Roman gelesen habe, obwohl mich das Thema zuerst ein wenig abgeschreckt hat, denn mit „Seth“ ist Christine Millman ein wirklich schöner Jugendroman gelungen, der zwar ein ernstes Thema behandelt, aber das mit sehr viel Fingerspitzengefühl und sehr sensibel, ohne die furchtbare Situation zu schönen oder gar zu verharmlosen. „Seth“ ist ein Endzeitroman, ein Roman über den Weltuntergang, doch Christine Millman verzichtet vollkommen auf große Knalleffekte und entscheidet sich stattdessen für sehr realistische Szenarien. Ich muss zugeben, ich habe selbst schon darüber nachgedacht, was denn passieren würde, wenn wir in die Bahn eines Asteroiden geraten würden – eine Vorstellung, die anscheinend nicht nur mich beschäftigt.

Was ich ganz toll finde ist, dass „Seth“ im Gegensatz zu den meisten Dystopien nicht erst Jahrzehnte nach der Katastrophe einsetzt, sondern noch davor: Die Protagonistin ist die achtzehnjährige Mariam Jahani, steckt mitten in den Vorbereitungen zum Abitur und glaubt nicht daran, dass der Asteroid wirklich auf die Erde treffen wird. Mariam hat mir sehr gut gefallen. Sie ist sehr zielstrebig und ein wenig stur und gerade bei ihr fand ich ihre Innensicht auch sehr überzeugend und interessant zu lesen. Zwar wird der Roman durch zwei personale Erzähler erzählt, aber Mariams Beweggründe, ihre Ängste und Gefühle sind trotzdem sehr nachvollziehbar eingebunden. Mariam stammt aus gutem Hause, was ich aus mehreren Gründen gut fand: Einmal natürlich, weil Mariam die Tochter afghanischer Eltern ist und es mir sehr negativ aufgefallen ist, wie oft nichtweiße Figuren in Jugendromanen gleich mit ärmlichen Verhältnissen gleichgesetzt werden.

Dass Frau Millman es einmal anders macht und Mariams Eltern als erfolgreiche und wohlhabende Menschen vorstellt, fand ich wirklich gut. Darüber hinaus gibt es immer mal wieder auch andere Figuren, die nicht weiß und europäisch sind. Der Entdecker des Asteroiden Seth zum Beispiel trägt einen arabischen Namen. Viel zu wenig Jugendbuchautoren machen sich Gedanken darum auch andere ethnische Hintergründe für ihre Figuren einzubauen, doch Frau Millman tut das und bindet besonders über Mariams Großmutter auch die Kultur mit ein. Hier muss ich auch einfach mal erwähnen, wie sehr es mich freut, dass Mariams Familie aus Vorderasien stammt. Denn auch unter den Romanen mit nichtweißen Figuren, gibt es nur sehr wenig Asiaten vom vorderen Teil des Kontinents, obwohl es sicherlich viele Leser gibt, die sich solche Repräsentation durchaus wünschen.

Chris - Ein Junge zum Verlieben 

Der andere Grund, weshalb ich es gelungen fand, Mariam als Tochter aus reichem Hause zu zeigen, ist Chris. Chris ist der zweite personale Erzähler des Romans, arbeitet als Altenpfleger in dem Altenheim, in dem Mariams Oma wohnt, und ist eigentlich ein ganz gewöhnlicher Junge. Die Kluft zwischen arm und reich muss sehr oft als Grund herhalten, weshalb ein Liebespaar nicht zusammen sein kann und meist finde ich diesen Grund eher antiquiert, aber hier war es sehr gut umgesetzt. Denn natürlich gibt es für die reichen und wichtigen Mitglieder der Gesellschaft Notfallmaßnahmen, um ihr Überleben zu sichern, während diese für ärmere Leute wie Chris und seine Familie unerreichbar bleiben. Dieser Konflikt zwischen Chris und Mariam wird deutlich angesprochen, doch Christine Millman konzentriert sich eher darauf generell anzusprechen, wie unfair so etwas ist und lässt Chris nicht unnötig neidisch auf Mariam sein, obwohl er natürlich auch gern gerettet werden würde. Dass er einsieht, dass Mariam Glück hat und es nicht ihre Schuld ist, dass sie gerettet wird, fand ich sehr gut.

Darüber hinaus hat mir auch Chris als Protagonist sehr gut gefallen. Er ist eigentlich ein sehr gewöhnlicher junger Mann, aber gerade das mochte ich. Sonst verlieben sich Mädchen in Jugendromanen fast immer in umwerfend schöne, reiche und mysteriöse Jungen, aber Chris ist einfach sympathisch. Er ist höflich, loyal und sehr liebenswert, was ihn für mich zu einem viel interessanteren Charakter macht, über den ich gern gelesen habe. Am Anfang kam er mir noch ein wenig unreif vor, aber im Verlauf der Handlung wird er immer erwachsener und legt eine ganz tolle Charakterentwicklung vor. Die kam mir bei Mariam ein wenig zu kurz, denn ihre Entwicklung passiert gleich am Anfang und bekommt leider sehr wenig Raum sich noch zu entfalten. Trotzdem haben mir die beiden Protagonisten gut gefallen. Sicherlich hätte man ihnen noch mehr Tiefe und mehr Ecken und Kanten geben können, aber „Seth“ konzentriert sich viel mehr auf seine Handlung, als auf seine Figuren, weshalb es so eigentlich gut gelöst ist.

Auch als Liebespaar fand ich Chris und Mariam großteils überzeugend. Leider nur großteils. Weshalb die beiden sich ineinander verlieben, konnte ich gut nachvollziehen, was ja leider auch nicht in jedem Roman der Fall ist, und Chemie gab es zwischen den beiden auch eine Menge. Nur leider fand ich die Zeit viel zu kurz, die sie hatten um sich zu verlieben. Natürlich handelt der Roman zu Beginn genau davon: Mariam und Chris bereuen, dass sie nicht viel früher miteinander ausgegangen sind. Ich fand auch gut gelöst, wie sie die Woche, die sie zusammen haben verbringen, dass sie Spaß miteinander haben, viel unternehmen und einfach gern zusammen sind. Frau Millman verzichtet hier auf Kitsch, Pathos und falsche Romantik und setzt mehr auf Freundschaft und Zuneigung. Ich kann gar nicht genug betonen, wie gut ich das finde. Chris und Mariam haben eine Beziehung, die für Jugendliche recht authentisch ist und keine falschen Erwartungen von ewiger Liebe auf den ersten Blick schürt, davon würde ich gern viel mehr lesen.

Mariam & Chris - Von Liebe und davon, was mir nicht gefallen hat

Trotzdem fand ich es leicht überzogen, dass Mariam nach nur einer Woche Beziehung von Chris als ihrer ersten großen Liebe spricht. Natürlich, das ist kein großes Problem, denn auf „einzige Liebe“ oder „ewige Liebe“ läuft das nicht hinaus. Aber ich habe die Liebe zwischen Chris und Mariam, die ja nun wirklich bloß eine Woche andauert, viel mehr als aufkeimende Schwärmerei gelesen und hätte es auch gut gefunden, wenn es dabei für’s erste geblieben wäre. Das hätte Mariam ja nicht daran gehindert, der verpassten Zeit hinterher zu trauern und es hätte ihre Gefühle für Chris auch nicht ungültig gemacht, wenn es nicht gleich die große Liebe gewesen wäre. Mich stört hieran, dass die Beziehung zwischen den beiden sich für mich eher wie ganz frische Zuneigung, aus der mehr werden könnte, gelesen hat. Entweder hätte man hier Mariam und Chris vor der Katastrophe ein bisschen mehr Zeit geben müssen, oder man hätte Mariams Gefühle etwas abschwächen sollen, denn so, wie es ist, wirkt es etwas unglaubwürdig.

Eine andere Sache, die mich leider immens stört, ist, dass Mariam mit Chris schläft. Das kann ich verraten, denn es passiert bereits zu Anfang des Romans. Versteht das nicht falsch: Mariam ist achtzehn und natürlich kann sie mit ihrem Freund schlafen, aber es passiert für mich aus den falschen Gründen. Mariam sieht das Ende der Welt kommen und will richtig leben. Dazu gehört anscheinend auch, dass sie in einer sehr unpassenden Situation mit Chris schläft. Ich finde das ein wenig schade, weil es wirkt, als hätte die Autorin mit Macht noch Sex in das Buch quetschen wollen, wo gar keiner gebraucht wird. Die Situation, in der es passiert, ist völlig unrealistisch und auch ein wenig merkwürdig, und oben drauf – muss denn jede Beziehung durch Sex validiert werden? Die Beziehung zwischen Chris und Mariam war echt und nachfühlbar genug, ohne, dass sie miteinander schlafen mussten. Ich habe das Gefühl, als würden viele Jugendbuchautoren glauben, eine Beziehung wäre ohne Sex keine echte Beziehung, aber das ist doch wirklich nicht wahr.

Es fängt so gut an: Chris und Mariam unternehmen etwas zusammen, kochen zusammen, haben Spaß miteinander. Mir hätte das völlig ausgereicht, denn ich habe gespürt, wie gern sie sich haben, dass zwischen ihnen alles stimmt und, dass aus ihnen mehr hätte werden können, wenn sie die Zeit gehabt hätten. „Wir müssen noch Sex miteinander haben, bevor die Welt untergeht“ ist leider so ein Klischee, das viel zu oft zum Einsatz kommt, als wäre das etwas, das man unbedingt erledigt haben müsste, bevor keine Chance mehr dazu besteht. Und das sehe ich überhaupt nicht so. Wichtig ist, dass Mariam und Chris sich gefunden haben, dass sie mit sich selbst im Reinen sind, dass sie Spaß hatten. Ich denke, man hätte es schon einbauen können, dass sie miteinander schlafen, aber aus anderen Gründen. Nicht, weil die Welt untergeht und man das erledigt haben möchte. Nicht, indem man die Szene wie mit dem Schuhhorn in einer sehr unpassenden Situation ins Buch schustert und sie so kurz ist, dass man sie fast überliest.

Seth - Von Gewalt und von Endzeitstimmung 

Sehr gut gefallen wiederum hat mir der Rest des Romans. Ein Asteroideneinschlag, der die Menschheit bedroht, ist ein sehr hartes, ernstes Thema, das ich für eine Jugendbuchdystopie ungewöhnlich finde, aber hier sehr gut umgesetzt. Mich hat sehr beeindruckt, wie realistisch Christine Millman die Reaktionen der Leute in der Stadt beschrieben hat. Es ist alles da: Hamsterkäufe, Massenpaniken, Verrohung, Gewalt… Sehr oft finde ich die Handlungen der Personen in Endzeitromanen nicht realistisch oder nachvollziehbar, aber hier wird sehr authentisch gezeigt, was passiert, wenn Menschen verzweifeln und keinen Ausweg mehr finden. Wenn Chris in den Supermarkt fährt und die Menschen dort ausrasten und versuchen so viele Lebensmittel wie möglich zu ergattern, wenn Mariam auf der Straße von ein paar Jugendlichen angegriffen wird, die vor Angst unbeschreiblich furchtbare Dinge tun – das ist realistisch, wenn auch ein wenig schwer verdaulich in einem Jugendbuch.

Hier muss ich unbedingt ansprechen, dass „Seth“ für mich wirklich keine leichte Kost war: Gewalt, Mord, Selbstmord, sexuelle Gewalt, Verlust und Tod, das alles kommt vor und muss in so einem Roman auch vorkommen. Nichts ist schlimmer, als diese schlimmen Dinge, die mit einer Katastrophe zusammenhängen, unter den Teppich zu kehren. Christine Millman geht an diese schwierigen Themen meiner Meinung nach aber sehr feinfühlig heran und arbeitet die Geschehnisse auch sensibel auf. Mir haben hier sehr die Gedankengänge von Chris und Mariam gefallen, die sich beide nicht nur um sich selbst sorgen, sondern auch um die anderen Menschen, die versuchen zu verstehen, was da passiert, die versuchen mit den Verlusten klarzukommen, die sie beide erleben. Ich hatte zu jeder Zeit das Gefühl, dass Christine Millman sich sehr große Mühe gegeben hat, die Folgen einer solchen Katastrophe authentisch darzustellen und gleichzeitig auch ethisch auf einen grünen Zweig zu kommen und zu hinterfragen, was eigentlich in Menschen vorgeht, die so eine Katastrophe erleben.

Und das gelingt ihr wunderbar. Es passieren viele schlimme, sehr traurige und furchtbare Dinge in diesem Roman. Und hin und wieder habe ich sogar feuchte Augen bekommen. Aber nicht nur, weil etwas Trauriges passiert ist, sondern vor allem, weil die Autorin diese Geschehnisse so nah herangeholt hat und so nachvollziehbar geschildert hat, dass sie mir wirklich zu Herzen gingen. Und, das finde ich eigentlich am Wichtigsten, dass sehr eindringlich rübergebracht wurde, dass eben nicht immer alles gut werden kann. Dass wir uns hier in einer Situation befinden, in der es nie wieder so werden kann wie früher. Diese Hoffnungslosigkeit macht den Roman zu der Art von Dystopie, die ich eigentlich am liebsten lese. Es kommt heraus, wie schlimm das Geschehene wirklich ist und was es für die Menschen bedeutet. Frau Millmans Erzählstil ist sehr neutral und einfach gehalten, doch trotzdem gelingt es ihr, dem Leser deutlich zu machen, wie aussichtslos die Situation ist.

Und so muss doch ein Endzeitroman sein. Der Einschlag des Kometen Seth, benannt nach dem ägyptischen Gott des Chaos, ist nicht nur Setting des Romans, sondern zu jedem Zeitpunkt spürbar. Die Auswirkungen eines Asteroideneinschlags, die Folgen – nicht nur für Deutschland, sondern weltweit – das alles erscheint mir sehr gut recherchiert und in den Roman eingewoben, sodass man bald selbst ein ungutes Gefühl von Aussichtslosigkeit bekommt. Alles wirkt sehr echt, sehr möglich, sehr spürbar. Ich muss zugeben, ich bin jemand, der über die Bedeutung eines solchen Ereignisses nicht sehr gern nachdenkt. Ich weiß, dass so etwas wirklich geschehen könnte und deshalb versuche ich, mir nicht zu viele Gedanken um die Folgen zu machen. Trotzdem bereue ich nicht, „Seth“ gelesen zu haben. Genretechnisch betrachtet, ist der Roman auch wirklich mal eine andere Art von Dystopie: Wir haben hier nicht die typische korrupte Regierung, keine verkorkste Gesellschaft. Der Roman scheint weit in der Zukunft zu spielen, denn es gibt eine Union samt Unionskanzlerin, aber die Gesellschaft ähnelt doch stark unserer heutigen.

Nein, „Seth“ ist ein Endzeitroman. Für einen Jugendroman passiert hier ein überraschend tiefer Blick in die Abgründe der menschlichen Seele. Und obwohl ich alles sehr verantwortungsvoll und bewusst umgesetzt fand – zum Beispiel Themen wie Selbstmord aus Verzweiflung oder eben auch Verlust – muss ich sagen, dass man schon wissen sollte, worauf man sich hier einlässt. „Seth“ ist kein typisches Jugendbuch. Die „Bösen“ bekommen nicht immer, was sie verdienen. Man erfährt nicht von allen Figuren, was aus ihnen wird. Und es wird eben nicht alles gut. Meiner Meinung nach muss das in einem solchen Roman auch so sein. Es ist genau das, was „Seth“ zu einem merkwürdig nahegehenden Roman macht, der nicht nur am Herzen rührt, sondern den Leser auch mit einem ganz komischen Gefühl zurücklässt. Mich hat der Roman auch zum Nachdenken gebracht, darüber, was ich wohl in so einer Situation tun würde. Und am Ende bleibt man ein wenig verstört zurück, buchstäblich in Weltuntergangsstimmung, bevor es einem gelingt, aus der Welt von „Seth“ wieder aufzutauchen. Aber genau das macht den Roman so gut.

Zielgruppenempfehlung: Ich würde den Roman ab 14 Jahren empfehlen, aber dazu raten, sich gut zu überlegen, ob man sich zutraut, mit den hier angeschnittenen Themen umzugehen. Gewalt, Tod und Verlust spielen eine große Rolle in „Seth“, was sich im Genre Endzeitroman kaum vermeiden lässt, aber trotzdem sollten Leser – ob jugendlich oder erwachsen – sich darüber im Klaren sein, dass „Seth“ zwar ein wunderbarer Roman ist, aber bei Weitem keine leichte Kost. Fräulein Mond zum Beispiel gibt offen zu, dass ihr der Stoff zu deprimierend ist, dass er Ängste schürt, die viele Menschen haben. Das ist auch überhaupt keine Schande und gerade deshalb finde ich es wichtig, sich vor dem Lesen bewusst zu machen, dass „Seth“ eben kein Lesespaß für nebenbei ist, sondern sich um ernste Themen dreht, die vielen Menschen zurecht Angst machen können.

Mich hat der Roman übrigens in seiner Stimmung und Atmosphäre oft an den Film „Die Wolke“ erinnert, eine Literaturverfilmung, in der es um eine Atomkatastrophe geht. Der Film hat mich mit ähnlichen Gefühlen zurückgelassen wie „Seth“ und vielleicht kennt ihr den Film ja und könnt einschätzen, ob ihr euch auf ein so eindringliches Katastrophenszenario noch einmal einlassen wollt. Ich sage: Es lohnt sich! Aber jeder muss selbst wissen, was er sich zutrauen möchte. Das hier soll keine Warnung in dem Sinne sein, eher eine Bitte, sich bewusst zu sein, wie gut „Seth“ ist. Denn ein Roman, der Angst vorm Weltuntergang, vor Asteroideneinschlägen und Impaktwinter machen kann, ist ein guter Endzeitroman. Wenn ich diese Bedenken hier nicht äußern müsste, hätte „Seth“ nicht das geleistet, was so ein Roman leisten muss.

Fazit: Wer auf der Suche nach einer etwas anderen Dystopie ist, gespickt mit interessanten, liebenswerten Figuren, schonungslos geschildertem Endzeitszenario und gut recherchiertem, realistischem Weltuntergang, der liegt mit „Seth“ genau richtig. Mir hat der Roman wirklich gut gefallen. Er hat mich zum Nachdenken gebracht und manchmal fast zum Weinen. Ich kann nicht behaupten, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte – obwohl es sehr spannend ist, musste ich mich manchmal einfach zwingen kurz den Reader wegzulegen und mir die Zeit nehmen, das eben Gelesene zu verarbeiten. Aber genau das macht „Seth“ zu einem so überzeugenden Leseerlebnis. Genau das will ich persönlich von einem Endzeitroman und von einer Dystopie – dass ich fühlen kann, wie schlimm diese Zukunftsvorstellung ist und, dass der Autor authentisch und verantwortungsbewusst mit dem Stoff umgeht. Beides passiert hier. Deshalb gibt es für „Seth“ von mir ganze vier Sterne und einen halben.

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